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„Was in Schweden mit dem Wunsch nach mehr Vergleichbarkeit begann, führte 2009 zur Gründung der Hotelstars Union.“

Rikard Bergsten / Ehemaliger Leiter der schwedischen Hotelklassifizierung & Ehemaliges Vorstandsmitglied der Hotelstars Union

Wie Schweden den Weg zur Hotelstars Union mitgestaltete

Vor 2003 gehörte Schweden zu den wenigen Ländern Kontinentaleuropas, die noch über keine objektive Hotelklassifizierung verfügten.

Gleichzeitig wurden aus der internationalen Kongress- und Tagungsbranche zunehmend Beschwerden laut. Die Hotels verwendeten unterschiedliche, selbst entwickelte und damit subjektive Einstufungen. Für internationale Gäste und Veranstalter war es dadurch nur schwer möglich, die angebotenen Standards verlässlich miteinander zu vergleichen.

Der schwedische Hotel- und Restaurantverband SHR entschied deshalb, aktiv zu werden und ein Hotelklassifizierungssystem auf einer Skala von einem bis fünf Sternen einzuführen. Da Dänemark zu diesem Zeitpunkt bereits über ein vollständig funktionierendes Klassifizierungssystem verfügte, orientierte sich Schweden bei der Entwicklung seines Kriterienkatalogs sehr eng am dänischen Modell.

Aus dieser zunächst bilateralen Zusammenarbeit entwickelte sich schon bald eine weiterführende Initiative. Im Jahr 2004 zeigten auch die drei baltischen Staaten wachsendes Interesse daran, ihre nationalen Kriterien anzupassen. Das Ziel war, ein gemeinsames skandinavisch-baltisches Hotelklassifizierungssystem zu schaffen und dadurch mehr Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.

Zur gleichen Zeit arbeiteten Deutschland, Österreich und die Schweiz ebenfalls daran, ihre unterschiedlichen nationalen Kriterienkataloge miteinander zu harmonisieren. Damit entstanden in Europa zwei Entwicklungen, die demselben Grundgedanken folgten: Hotels nach nachvollziehbaren, vergleichbaren und verlässlichen Kriterien zu klassifizieren und Gästen eine bessere Orientierung zu bieten.

Eines führte zum anderen. Im Jahr 2009 fiel schließlich die Entscheidung, die skandinavisch-baltische Zusammenarbeit mit dem Harmonisierungsprozess von Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenzuführen. Damit war die Hotelstars Union geboren.

Auch wenn sich die nationalen Rahmenbedingungen unterschieden und einige Länder mit verpflichtenden, andere hingegen mit freiwilligen Klassifizierungssystemen arbeiteten, wurde das gemeinsame europäische Modell sehr positiv aufgenommen. Nicht zuletzt griff es genau jene Forderungen nach mehr Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit auf, die ursprünglich aus der internationalen Kongress- und Veranstaltungsbranche gekommen waren.

Die Zusammenarbeit der sieben Gründungsländer war für mich ein hervorragendes Beispiel dafür, wie europäische Kooperation funktionieren kann: unterschiedliche nationale Ausgangslagen, aber ein gemeinsames Ziel und ein klarer Blick auf die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Aus einer schwedischen Antwort auf ganz konkrete Herausforderungen des Marktes entstand so Schritt für Schritt ein europäisches Klassifizierungssystem. Ein System, das Gästen Orientierung gibt, Hotels vergleichbarer macht und zugleich zeigt, welchen Mehrwert eine pragmatische Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg schaffen kann.

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