„Acht Stufen ins Souterrain“
Karl-Heinz Waschkeit / Ehemaliger Vizepräsident und Vorsitzender der Fachgruppe Hotels des DEHOGA Niedersachsen
Celle als Keimzelle der Klassifizierung
Was mit acht Stufen ins Souterrain begann, wurde zu einem Schritt nach vorn für Transparenz und Qualität.

„Ende 1987 besuchte ich eine Ferienwohnung in Celle. Ein schönes Haus mit gepflegtem Vorgarten. Der erste Eindruck: vielversprechend.
„Die Ferienwohnung? Dann müssen wir nach hinten über den Hof gehen“, hieß es.
Acht Stufen führten hinunter ins Souterrain. Zwei Betten, ein älteres Sofa – und vieles von dem, was sonst den Raum füllte, waren Gartenmöbel. Spätestens in diesem Moment war mir klar: Für so etwas darf der DEHOGA seinen Namen niemals hergeben. Beurteilungen „nach Gutdünken“ reichten nicht mehr aus. Es brauchte klare, nachvollziehbare Maßstäbe.
Dieses Erlebnis wurde für mich zum Wendepunkt. 1988 fuhr ich – ohne große Absprache – in die Schweiz, um mir dort die Hotelklassifizierung anzusehen. Ich wollte verstehen, wie andere Länder Qualität systematisch sichtbar machen. Was ich dort sah, bestärkte mich: Transparenz und klare Kriterien schaffen Vertrauen.
Gemeinsam mit Hans Grashoff im Harz und Renate Mitulla vom DEHOGA Niedersachsen begannen wir, die Grundlage für eine verbandliche Hotelklassifizierung in Niedersachsen zu entwickeln. Es war kein leichter Weg – aber ein entschlossener. „Wir wollen – wir werden 1.000 Betriebe klassifizieren“, lautete das Ziel.
Mitstreiter wie Rudi Meyer in Lüneburg, Hans Klute in Osnabrück oder die Feldtmänner in Stade standen hinter der Idee. Und vor allem aber auch ein leistungsbereites, engagiertes Hauptamt – in Niedersachsen zunächst mit Renate Mitulla, später zudem mit Claudia Weiss – trug das Vorhaben.
Acht Jahre später kamen Vertreter aus der Schweiz nach Hannover, um sich unsere Klassifizierung anzusehen.
Was mit acht Stufen ins Souterrain begann, wurde zum entscheidenden Schritt nach vorn für Transparenz und Qualität.“

